Glossar

11.11.

11.11.: An dem jecken Datum im November wird um 11.11 Uhr auf der großen Straßensitzung der Willi-Ostermann-Gesellschaft auf dem Heumarkt offiziell die Karnevalssession eröffnet und das designierte Kölner begrüßt seine Jecken. Daneben gibt es viele andere Veranstaltungen zur Sessionseröffnung.

Alaaf

Alaaf ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval, Schlachtruf aller kölschen Jecken und wird ständig und immer dreimal gerufen.

Alternativer Karneval

Alternativer Karneval wurde 1984 geboren, als die Stunker – im Gegensatz zu Prunkern mit ihren Sitzungen – auf der Studiobühne in der Alten Mensa Köln den Rest der Welt, den traditionellen Karneval und die katholische Kirche aufs Korn nahmen. Mittlerweile gibt es viele derartige Veranstaltungen, die schon längst nicht mehr nur „alternativ“ sind.

Aschermittwoch

beginnt die Fastenzeit. In den katholischen Kirchen wird am Morgen eine Messe gefeiert, in der die Palmzweige, die am letzten Palmsonntag gesegnet wurden, verbrannt werden und aus ihrer Asche ein Kreuz als Symbol der Buße und Reinigung auf die Stirn der Gläubigen vom Priester gezeichnet. Mittags steht traditionell Fisch auf dem Speiseplan, denn nach katholischer Liturgie ist der Aschermittwoch ein strenger Fastentag, an dem man sich nur einmal satt essen und auf Fleisch verzichten sollte.

Ball

ist eine gehobene, festliche Tanzveranstaltung in Abendgarderobe.

Benefizsitzung

ist eine Sitzung in einem Senioren-, Behinderten-, Kinderheim oder Krankenhaus oder eine Benefizveranstaltung für soziale Einrichtungen, kranke Kinder oder Dritte-Welt-Projekte. Spass an d´r Freud für einen guten Zweck ist eine alte Tradition im Karneval und schon immer engagieren sich viele Karnevalisten im sozialen Bereich.

Büdchen

ist das kölsche Wort für Kiosk.

Büggel

heißt auf hochdeutsch Beutel und der ist wichtig für’s Kamelle sammeln.

Bütt

kölsch für Waschzuber, war früher ein traditionelles Element im Sitzungskarneval. Hier haben die Büttenredner genüsslich „schmutzige Wäsche“ gewaschen und alle Themen in gewaltigen kölschen Worttiraden meist mit Biss und Ironie durchgekaut. Die Prinzen-Garde Köln hat die Bütt auf der Bühne wiederaufleben lassen.

Bützje

ist ein Kuss mit gespitzten Lippen, ist völlig unverfänglich und hat nichts mit Anmache zu tun. Man bützt zum Dank für ein Strüßje beim Zug, für ein Kölsch oder einfach nur, weil einem danach ist.

Damensitzung

Hier feiern die Frauen – natürlich im Kostüm – unter sich, Männern sind höchstens als Mitglied im Elferrat oder auf der Bühne zugelassen.

Decke Trumm

kölsch für dicke Trommel, ist das wichtigste Instrument im Straßenkarneval. Nicht nur Lappenclowns, auch viele Jecken haben sich eine Trommel von ungefähr einem Meter Durchmesser vor den Bauch geschnallt oder eine solche auf einem alten Kinderwagen befestigt, um mit dicken Klöppeln den Rhythmus der Karnevalslieder zu unterstützen.

Divertissementchen

ist ein kölsches Musiktheater der besonderen Art, das meist ein Ereignis aus der Stadtgeschichte auf komisch-parodistische Weise darstellt und zur Karnevalszeit in der Spielstätte der Oper Köln aufgeführt wird. Die Besonderheit: In dem Stück werden alle Rollen von Männern übernommen! Akteure sind die Mitglieder der Bühnenspielgemeinschaft des 1842 gegründeten Kölner Maenner-Gesang-Vereins, die sich Cäcilia Wolkenburg nennen und ein perfektes Ballett offerieren.

Dreigestirn,

auch Trifolium genannt, besteht aus Prinz, Bauer und Jungfrau. Sie sind die obersten Repräsentanten des Kölner Karnevals und bekommen bei der Proklamation die Macht über die Stadt bis Aschermittwoch übertragen. Seit 1883 bilden sie eine feste Einheit, seit 1938 werden sie als Dreigestirn bezeichnet.

Elf

Die Zahl 11 hat für Köln und den Karneval eine besondere Bedeutung. Als Gründe dafür werden mehrere vermutet: Zum einen gibt es einen Zusammenhang mit der französischen Besatzung Kölns, ist doch die ELF eine Abkürzung für die Ideale der Französischen Revolution: E = Égalité, L = Liberté, F = Fraternité. Zugleich ist die Elf aber auch ein närrisches Symbol, das für die Gleichheit aller Jecken – die Eins neben der Eins – steht. Und da der 11.11. ebenfalls der Martinstag ist, denken einige an ein religiöses Symbol, da die Elf für die Christen eine Zahl der Sünde ist.

Elferrat

wird in der Regel aus dem Vorstand der veranstaltenden Karnevalsgesellschaft gebildet und hat die Aufgabe, dem Sitzungspräsidenten/der Sitzungspräsdentin hilfreich unter die Arme zu greifen und Bützje, Orden oder Präsente an die auftretenden Künstler zu verteilen.

Festkomitee Kölner Karneval

vertritt die Interessen von mehr als hundert Karnevalsgesellschaften und Vereinen. Seine Aufgabenliste reicht von der Organisation des Rosenmontagszuges, der Wahl und Vorbereitung des Dreigestirns, der Durchführung der Proklamation, der Jugend- und Nachwuchsförderung über die Darstellung des Kölner Karnevals in der Presse, die Vermarktung des Sessionslogos, die Übertragungsrechte für Hörfunk- und Fernsehsitzungen, die Vertretung gegenüber Stadt und Öffentlichkeit bis hin zur Dokumentation der eigenen Geschichte im Kölner Karnevalsmuseum.

Frühschoppen

ist ein geselliges Zusammensein mit einem karnevalistischem Programm am Vormittag.

Funke(n)mariechen

ist meist die einzige Frau in einer Korpsgesellschaft. Historisch geht sie auf die Marketenderin zurück, die im Dreißigjährigen Krieg mit den Truppen zog und ihre Waren anbot. Deswegen heißt „dat Marieche“ beim Reiterkorps Jan von Werth auch „Marketenderin“, bei der Prinzen-Garde wird es „Regimentstochter“ genannt. Ihre typische Kleidung besteht aus Perücke, einer Uniformjacke, einem kurzen meist plissierten Rock, Strumpfhose, Spitzen- oder Rüschenhöschen bzw. Ballettbody. Das Funke(n)mariechen zieht gemeinsam mit dem Korps in den Saal oder auf die Bühne und tanzt dort mit dem Tanzoffizier.