Niemals geht man so ganz (Brigitte)
Am Aschermittwochbeginnt die Fastenzeit. In den katholischen Kirchen wird am Morgen eine Messe gefeiert, in der die Palmzweige, die am letzten Palmsonntag gesegnet wurden, verbrannt werden und aus ihrer Asche ein Kreuz als Symbol der Buße und Reinigung auf die Stirn der Gläubigen vom Priester gezeichnet. Mittags steht traditionell Fisch auf dem Speiseplan, denn nach katholischer Liturgie ist der Aschermittwoch ein strenger Fastentag, an dem man sich nur einmal satt essen und auf Fleisch verzichten sollte. More ist Schluss! Das hatte Christoph Kuckelkorn bereits beim vorweihnachtlichen Präsidentenabend verkündet. Nach 21 Jahren ehrenamtlichen Engagements – zwölf Jahre als Zugleiter des Kölner Rosenmontagszuges und neun Jahre als Präsident des Festkomitees – zieht er sich zurück. Für Kollegen, Freunde und Weggefährten im Festkomitee war das Anlass genug, ihm eine ganze Session zu schenken: eine Session, in der er sich ganz aufs Feiern konzentrieren durfte. Und natürlich eine würdige Abschiedsfeier bekam. So hieß es am karnevalsfreien Montagabend im Erweiterungsbau am Sachsenturm: „AlaafAlaaf ist das wichtigste Wort im Kölner Karneval, Schlachtruf aller kölschen Jecken und wird ständig und immer dreimal gerufen. und Adschüss“.
Fastelovend Ferkeet (Brigitte)
Jedes Jahr in der Session laden die Freunde und Förderer des kölnischen Brauchtums an einem Sonntag Vormittag in die Philharmonie zu einer ganz besonderen Matinee ein: Fastelovend Ferkeet. Wo vielleicht am Abend zuvor noch klassische Musik oder Jazz zu hören gewesen war, wird nun gesungen, im Takt geklatscht und geschunkelt. Aber was ist daran eigentlich „ferkeet“ (für den Imiist ein Kölner Bürger, der nicht in Köln geboren ist. Nach strenger Definition gilt als echter Kölner nur, wer in 3. Generation in Köln geboren wurde. Imi leitet sich „enne imiteete Kölsche“ (ein imitierter Kölner) ab. More: verkehrt)?
Ein Tag unterwegs mit dem Kölner Dreigestirn (Ulla)
Das Kölner Dreigestirn bei seinen Auftritten einen Tag lang zu begleiten, hat mich schon immer interessiert. Deshalb habe ich beim „Festkomitee Kölner Karnevalvertritt die Interessen von mehr als hundert Karnevalsgesellschaften und Vereinen. Seine Aufgabenliste reicht von der Organisation des Rosenmontagszuges, der Wahl und Vorbereitung des Dreigestirns, der Durchführung der Proklamation, der Jugend- und Nachwuchsförderung über die Darstellung des Kölner Karnevals in der Presse, die Vermarktung des Sessionslogos, die Übertragungsrechte für Hörfunk- und Fernsehsitzungen, die Vertretung gegenüber Stadt und Öffentlichkeit bis hin zur Dokumentation der eigenen Geschichte im Kölner Karnevalsmuseum. More“ (FK) gefragt, ob ich für den Blog AppSolut Jeck über eine Begleitung des Dreigestirns berichten darf. Tanja Holthaus, Pressesprecherin des FK, hat mir dies ermöglicht und mich den Tag über begleitet.
Jeckespill: Karneval im Kleinformat – ganz groß im Herzen (Vera)
Es gibt diese Abende in der Session, die fühlen sich an wie ein gut gehütetes Geheimnis: kein riesiger Saal, keine endlosen Reihen, kein „Programm von der Stange“ – dafür Kölsch in Griffweite, ein Brauhausteller auf dem Tisch und Karneval so nah, dass du die Pointe fast atmen kannst. Genau das ist das Jeckespillist eine Weetschaffssitzung (Kneipensitzung) mit Krätzcher, Klaaf und Kalverei (kölsches Liedgut, Plauderei und Jux). „Fastelovend jemötlich, kölsch un middendrin" ist das Motto, eine Distanz zwischen Künstlern und Publikum nicht erwünscht, alle sollen mitmachen und viel mitsingen (Liederheft wird gestellt) und zu Alphornklängen des Orchester der Liebe schunkeln. More: eine Veranstaltungsreihe, die seit 16 Jahren zeigt, wie urig, spontan und herzlich kölscher Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More sein kann, wenn man ihn zurück in die Kneipen und Brauhäuser holt.
Bitte den Selfie Timer ausstellen (Brigitte)
Es ist Halbzeit: Nach rund 200 der insgesamt 420 Terminen ist es gute Tradition, dass das Kölner Dreigestirn in einer Pressekonferenz in der Hofburgist die Residenz des Kölner Dreigestirns. Kurz vor der Proklamation ziehen das Dreigestirn und seine Adjutanten in Begleitung ihrer und befreundeter Gesellschaften mit großem Spektakel um 11.11 Uhr in die Hofburg ein, seit vielen Jahren das Hotel Pullman Cologne in der Helenenstraße. Dort überreicht ihnen der Hoteldirektor in einer jecken Feierstunde den goldenen Schlüssel. Bis Aschermittwoch residieren sie hier und können sich jeweils nachts ein paar Stunden von den Strapazen ihrer Auftritte erholen. More von seinen persönlichen Eindrücken und Höhepunkten der laufenden Session berichtet.
Blindensitzung – Karneval met vill Jeföhl (Vera)
Als Fotografin im Karnevalkommt von „Carne vale! Fleisch, lebe wohl!“und bringt den Charakter des Festes als Freudenfest vor der langen Fastenzeit zum Ausdruck bringt. More liebe ich die Termine, die ein wenig herausstechen, so wie die 71. Blindensitzung des Blinden- und Sehbehindertenvereins Köln im Ostermannsaal im Satory. Veranstaltet wird der Nachmittag von den Muuzemändelcher, die diese besondere Sitzungist eine Karnevalsveranstaltung zwischen der Proklamation und Karnevalsdienstag mit einem bunt gemischten Bühnenprogramm: Tanzgruppen und Korpsgesellschaften ziehen in den Saal und präsentieren ihre Tanzkünste, Büttenredner widmen sich mit Witz und Ironie den großen und kleinen Themen der Welt und kölsche Musiker reißen das Publikum von den Stühlen. Highlights sind der Einzug des Dreigestirns und die Ansprache des Prinzen an sein „Narrenvolk“. More seit Jahrzehnten mit viel Herzblut ausrichten.
Lachende Köln Arena (Tina)
oder „Wenn wilde Tiere Ausgang habe“ oder „Wenn Kostüm- und Motto-Liebe aufeinander treffen“! „… Laut, Jeck bunt zesamme sin…“ Das Format der Lachenden Kölnarena gibt es tatsächlich schon seit 1965, damals noch unter der lachenden Sporthalle, bis 1999. Dieses Jahr sind es 15 Veranstaltungen, die von je 10.000 bis 15.000 Jecken besucht werden.
Flägelskappe stellen das Veedel auf den Kopf (Lissy)
Das Zelt ist bereits abgebaut, die leeren Fässer sind zurückgebracht. In der letzten Woche haben die Flägelskappe aus Sürth einer ihrer erfolgreichsten Jahreshighlights hinter sich gebracht und das gesamte Veedel wieder erfolgreich auf den Kopf gestellt. Von Donnerstag bis Sonntag haben die Flägelskappe ihre Karnevalssitzungen, wie jedes Jahr, auf dem Sürther Marktplatz abgehalten.
1. Joldmädche Kostümparty (Ulla)
Mit der ersten Joldmädche-Kostümparty eröffnen die Goldene Jungs e. V. einen neuen Weg bei ihren Veranstaltungen. Bisher fanden diese stets in größerem Rahmen statt, beispielsweise die Joldfever-Party in der Wassermannhalle, die Joldsitzung im Sartory oder die JoldFründe-Jeckparty im Wartesaal am Dom. Zum allerersten Mal war diese Party nur für Damen – die Herren mussten sich bis nach dem Programm gedulden und durften erst ab 22:00 Uhr eintreten.
Echt Kölsch! (Ulla)
Zum zweiten Mal veranstalteten die Bürgergesellschaft von 1863 und die KG Alt-Lindenthal 1967 e. V. gemeinsam im DOM im Stapelhaus eine Kneipensitzung. Mit dieser Veranstaltung gehen beide Gesellschaften einen gelungenen Weg der Zusammenarbeit.
Die Tuntensitzung (Jens)
Dass es sich bei der Tuntensitzung der Garde der Garstigen nicht um eine traditionelle Karnevalssitzung handelt, dürfte den meisten klar sein. Und genauso war es auch: Eine überschaubare Gruppe von Darsteller*innen in ausdrucksstarken Kostümen zeigte eindrucksvoll, wie alternativer KarnevalAlternativer Karneval wurde 1984 geboren, als die Stunker – im Gegensatz zu Prunkern mit ihren Sitzungen – auf der Studiobühne in der Alten Mensa Köln den Rest der Welt, den traditionellen Karneval und die katholische Kirche aufs Korn nahmen. Mittlerweile gibt es viele derartige Veranstaltungen, die schon längst nicht mehr nur „alternativ“ sind. More aussehen kann.
Wurfmaterial wird gespendet (Red.)
Die AWB (Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Köln) und die AG Nachhaltige Veedelszüge* spenden 2.000 Minibücher „Pänznennen die Kölner ihre Kinder. More feiern jeck – ganz ohne Dreck“ – als Übergabematerial im Veedelszoch oder anderweitig einzusetzbar! Wofür? Für eure Ideen zum Thema Nachhaltigkeit im Veedelszugkölsch Veedelszoch, ist der Karnevalsumzug in einem Stadtviertel, für den sich Vereine, Stammtische, Nachbarn, Schulen, also Menschen aus dem Viertel (Veedel) zu Karnevalsgruppen zusammengefunden und monatelang mit viel Engagement an ihren meist einfallsreichen Kostümen gebastelt haben. Gerade Familien mit kleinen Kindern mögen die Veedelszöch, weil das Gedränge weit weniger stark und die Chance, ein Strüßje zu ergattern und seine Tüte mit Kamelle zu füllen, ungleich größer ist. More!
Schön, schöner – Mädchensitzung der MBZ (Tina)
Schöne Kostüme sehen wir oft auf unseren verschiedenen Umzügen, aber die wohl schönsten Kostüme, die nicht von warmer Kleidung verdeckt werden, findet man auf einer Mädchensitzungoder Damensitzung ist eine Veranstaltung, bei der Frauen ganz unter sich feiern. Nur Sitzungspräsident und Elferrat dürfen, müssen aber nicht männlich sein und männliche Künstler sind natürlich auch zugelassen More. Schon zum dritten Mal konnte ich Dank der Elferrätin Petra bei der im Nu ausverkauften Mädchensitzungoder Damensitzung ist eine Veranstaltung, bei der Frauen ganz unter sich feiern. Nur Sitzungspräsident und Elferrat dürfen, müssen aber nicht männlich sein und männliche Künstler sind natürlich auch zugelassen More des MBZs (Mer Blieve Zesamme) im Pullmann dabei sein. Natürlich war auch die Schließung des Veranstaltungsorts zum Ende des Jahres kurz Thema. Denn nächstes Jahr ist die Session nicht nur ausgesprochen kurz, es muss nach all den Jahren auch eine neue Location gefunden werden, da das Datum für 2027 bereits feststeht, ausnahmsweise ein Mittwoch.
125 Jahre Schnüsse Tring (Wilfried)
Mit einem neuen Präsidenten und einem neuen Sitzungsformat begeisterte die Alte Kölner Karnevalsgesellschaft Schnüsse Tring von 1901 e.V. im 125. Jubiläumsjahr die Jecken im Theater am Tanzbrunnen. Namensgeber der Familiengesellschaft war die Schnüsse Tring, Katharina Mund, Bedienstete – „Vom Stande her niedrig, aber der Rücken gerade!“
Nichts geht ohne die Ehrenamtler (Brigitte)
Pro Session finden in Köln mehrere Hundert Sitzungen statt. Wenn der Sitzungspräsident mit dem Elferratwird in der Regel aus dem Vorstand der veranstaltenden Karnevalsgesellschaft gebildet und hat die Aufgabe, dem Sitzungspräsidenten/der Sitzungspräsdentin hilfreich unter die Arme zu greifen und Bützje, Orden oder Präsente an die auftretenden Künstler zu verteilen. More eingezogen ist und Bands, Büttenredner, Tanzgruppen, Traditionskorpsist eine Ehrenbezeichnung. Zum Traditionskorps wird eine Gesellschaft vom Festkomitee-Praesidenten ernannt, weil sie sich mit ihrer Brauchtumsförderung in den historischen Uniformen um den Karneval verdient gemacht hat. Derzeit gibt es im Kölner Karneval neun Traditionskorps: die Roten und die Blauen Funken, die Ehrengarde, die Nippeser Bürgerwehr, die Bürgergarde blau-gold, die Prinzengarde, die Altstädter, der Treue Husar und das Reiterkorps Jan von Werth. More und das Dreigestirn sich auf der Bühne abwechseln, feiern die Jecken im Saal. Kaum jemand denkt dabei daran, dass viele dieser Veranstaltungen nicht von Profis, sondern wie bei den Blauen Funken von Ehrenamtlern aus der Gesellschaft organisiert werden.
Ehrenamt: Das Veedel zum Schunkeln bringen (Brigitte)
In vielen Veedeln gibt es an den tollen Tagen kostenlose Straßensitzungen und Umzüge. Die werden stets von Ehrenamtlichen organisiert und finanziert. Wir haben für unser Veedel Nippes einmal bei der Nippeser Bürgerwehr nachgefragt, wie das funktioniert. Weiter…
Flüstersitzung – Janz hösch (Tina)
„Usjestöpselt“ ist das Motto dieser feinen Nostalgiesitzungoder Flüstersitzung ist ein Sitzung der leisen Töne, die ohne großen technischen Aufwand auskommt und einfach zum Zuhören, Mitsingen, Mitmachen einlädt. Eben echter kölscher Fasteleer mit Musik, Witz und auch mal mit melancholischen oder nachdenklichen Tönen. More der Großen Kölner von 1882. Wer nun denkt, hier gäbe es keine Musik, der irrt jedoch gewaltig.
