Wenn zusammenkommt, was zusammengehört: Das Hänneschen-Theater trifft auf BAP und Wolfgang Niedecken. Und bei der Premiere zeigt sich schnell: Diese Verbindung ist ein Riesenhit.

Zu Ehren des 50-jährigen Bestehens der Band schrieb Martin Moos, selbst seit über 30 Jahren BAP-Fan, das Stück „Verdamp lang Schäl“, das am 5. September 2026 Premiere feierte. Regie führte Katja Lavassas, die mit ihrer wunderbaren kölschen Mundart nicht nur als Bärbelchen das Publikum, sondern auch Wolfgang Niedecken verzauberte.

Der Sänger ließ es sich selbstverständlich nicht nehmen, bei der Premiere – und zwar nicht nur als Puppe – dabei zu sein.

Beim Pressetermin vor der Vorstellung beantwortete er geduldig die Fragen der Anwesenden und stellte sich gemeinsam mit seinem hölzernen „Wolfgänger“ für Fotos zur Verfügung. Selbstverständlich im Partnerlook: passendes Outfit, passende Sonnenbrille. Auch Tina Niedecken zeigte sich begeistert von der Puppe und ihrer Ähnlichkeit mit ihrem Mann.


Auf meine Frage, wie sich 50 Jahre BAP anfühlen, antwortete Niedecken bescheiden und demütig. Die Zeit sei regelrecht verflogen, schließlich habe er das große Glück gehabt, sein Leben mit Dingen verbringen zu dürfen, die ihm Freude bereiten. Überhaupt erlebt man Wolfgang Niedecken an diesem Abend als bodenständigen und sympathischen Menschen, der die Anfrage des Hänneschen-Theaters als große Ehre empfindet. „Besser als eine Ehrenbürgerschaft“, sagte er lachend. Überhaupt kam er sehr ins Schwärmen als er über die gemeinsame Arbeit sprach.

Die Geschichte des Stücks ist von Niedeckens Biografie inspiriert und wurde anschließend ganz in Hänneschen-Manier weitergesponnen. Das erste Szenenbild verrät bereits, wo wir uns befinden: in der Südstadt am Chlodwigplatz, dort, wo auch Niedecken aufwuchs.
Röschen möchte Rockstar werden, wird von ihrem Vater Schäl jedoch davon abgehalten. Stattdessen soll sie den familieneigenen Supermarkt übernehmen. Auch hier findet sich eine kleine autobiografische Parallele.

Was nun folgt, sind Konsumkritik, Reisen in die Vergangenheit und musikalische Höchstleistungen.
Denn die Musik von BAP wird nicht einfach als einzelne Nummer zwischen die Szenen gesetzt. Die Songs werden ganz organisch Teil des Stücks und erzählen die Geschichte weiter. Bekannte Hits sind – sehr zur Freude des Publikums – ebenso dabei wie ältere Lieder, die in dieser Form wohl noch nie zu hören waren. Ein überraschendes Highlight: ein Krätzjer beim Bühnenwechsel. Das Publikum lacht, das Publikum singt – und die Hänneschen-Truppe treibt das Ganze immer weiter auf die Spitze. Natürlich darf dabei auch eine Arsch-Huh-Anekdote nicht fehlen. Denn Zivilcourage gehört zu BAP genauso wie zum Hänneschen.
Überhaupt macht die Kombination aus politischen ernsten Themen und kölschem Humor auch dieses Stück wieder sehenswert. (Nicht nur für BAP-Fans!) Mit von der Partie sind wieder alle bekannten Puppen und wir lernen sie von eine ganz neuen – jüngeren – Seite kennen.

Was als Premiere begann, endete mit tosendem minutenlangen Applaus. Die Stimmung im Foyer war nach der Vorstellung ausgelassen und einige betitelten das Stück als das Beste seit Langem.
Und dem kann ich mir nur anschließen. Die Musik, die Szenenbilder, die Geschichte, alles passte perfekt. Ein Abend mit Lachen, Tränen und Singen geht zu Ende und es bleibt nur eine Frage: Warum mussten wir so lange auf diese Zusammenarbeit warten?

Das Stück wird vom 10.09.2026 bis zum 25.10.2026 und vom 03.04.2027 bis zum 27.06.2027 aufgeführt.
Bildnachweis: ©Vera Drewke






